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Theater am Vöhlin

Am Vöhlin gibt es mehrere Theatergruppen. Hier finden Sie entsprechende Hinweise und Berichte.

Theaterabend am Vöhlin: Goethe - reloaded

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Die Unter- und die Mittelstufentheatergruppen des Vöhlin-Gymnasiums gestalteten einen gemeinsamen Theaterabend zum Thema „Goethe – heute“. Im Beisein des großen Autors Johann Wolfgang von Goethe (gespielt von Andreas von Kietzell) wurden „Der Zauberlehrling“ in der Bearbeitung von Thorsten Böhner und die Eigenproduktion „Faust – reloaded“ zur Aufführung gebracht. Zuerst zeigten die SchauspielerInnnen des Unterstufentheaters ihre Interpretation des Zauberlehrlings. Freche Hexen, fiese Gnome und gelangweilte Besen unterhielten die Zuschauer prächtig. Es folgte die Mittelstufe mit ihrer Produktion „Faust reloaded“, welche zu großen Teilen selbstgeschrieben war. Gespannt verfolgten die Gäste, ob der Teufel oder Gott die Wette um die Seelen der Zuschauer gewinnen würde. Mit einer Putzfrau, die denkt, sie wäre Trump, mit Engeln, die Fans von Wackelkakteen sind, mit einer leicht esoterisch angehauchten Kunstlehrerin und weiteren interessanten Charakteren wurden auch die Lachmuskeln der Zuschauer strapaziert.

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Das Engagement einiger Schüler ist besonders zu loben. Das Plakat zur Theatervorstellung entwarf und zeichnete Celina Jarosch. Die Maske übernahm in Eigenregie und mit viel Elan die Mittelstufentheatergruppe. Ohne die Unterstützung des Technikteams (Elisabeth Dilger, Lukas Schön und Tobias Hermann) und unseres Hausmeisters, Herrn Andreas Lorenz sowie Herrn René Ziegler, hätte die Aufführung nicht stattfinden können. Dankeschön an die SMV, die sich um die Bewirtung gekümmert hat und ganz besonders hat uns natürlich Ihr / Euer Besuch unserer Aufführungen gefreut. Vielen Dank!
Julia Peter, Claudia Schmaus

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Es spielten:
Alexandra Christ Hines, Lena Stangler, Mia Vogel, Dilara Karadeniz, Belinda Heuschmid, Nyana Musch, Evelyn Richter, Isabel Kowalski, Irem Ayadin, Nanami Beisler, Amelie Lechner, Mona Walcher, Bartosz Jaisczok, Elina Mäder, Emilia Elijas und Valerie Fäustle

Rea Pfeiffer, Ria Noszkovics, Luca-Marie Lechner, Ronja Adam, Emely Wittig, Maya Musch, Shawna Hope, Sophie Stangler, Julia Müller, Celina Jarosch

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Oberstufentheater 2019

Junges Theater "Vöhlin" lässt mit "Auerhaus" die 80er aufleben

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So waren die 80er Jahre: Eltern und Kinder hatten noch Konflikte, der Staat trieb die Jungen ein, um sie bei der Bundeswehr zu Männern zu machen … eine harte Zeit, die aber, vielleicht gerade wegen all der Strenge, die Sehnsucht der Jugend nach Freiheit und Anderssein umso größer machte.
Vor diesem Hintergrund spielt „Auerhaus“, das Theaterstück nach Bov Bjerg, das das Vöhlin-Gymnasium an zwei Abenden auf die Bühne gebracht hat. 21 SchülerInnen der Jahrgangsstufen 10 bis 12 spielten mit großer Bühnenpräsenz und viel Freude die Geschichte von Frieder, der mit seinen Freunden und ein paar schrägen Typen im Bauernhaus seines Großvaters eine WG gründet. All die Abenteuer, die über die Bühne gehen, von den ausgelassenen Feten bis zu lebensgefährlichen Autofahrten, spielen vor einem ernsten Hintergrund. Frieder hat einen Selbstmordversuch hinter sich und seine Mitbewohner machen es sich zur Aufgabe, auf ihn aufzupassen.
Ein in vielerlei Hinsicht lohnendes Stück, das die Vöhlin-Schüler gemeinsam mit ihrem Lehrer Bernd Scheiter ein gutes halbes Jahr entwickelt und einstudiert haben. Das reduzierte Bühnenbild mit 80er Jahre-Tapete, die Hits der Neuen Deutschen Welle und die Kostüme gaben dem ganzen die richtige Atmosphäre. Die Schauspieler begeisterten das Publikum, allen voran Anja Höbel als fetzige Vera und Levin Schuster als Höppner Hühnerknecht. Benjamin Heuschmid brachte den schwierigen Charakter von Frieder feinsinnig auf die Bühne. Die „alten“ WG-Bewohner, die nach 20 Jahren wieder an den Ort ihrer gemeinsamen Zeit zurückkehrten, überwiegend aktuelle Vöhlin-Abiturienten, kommentierten das Geschehen im Rückblick. Das Ensemble bot bis in die Nebenrollen sehenswertes Schauspiel auf einem für Schultheater hohen Niveau.
Die SMV und der Elternbeirat sorgten an den Abenden, an denen sich neben den SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern auch viele Ehemalige trafen,  für einen tollen Rahmen.

Das Junge Theater Vöhlin - die Oberstufe waren 2018/2019:

Bernhard Lewin, Elisabeth Frasch, Caroline Engel, Sandra Schüler, Fatmira Vehabi, Majka Ruf, Katarina Schütte, Juri Soloviev, Vincent Esser, Anna-Maria Nattenmiller, Daniela Gröner, Anja Höbel, Hannah Schuster, Christiane Radu, Levin Schuster, Simon Kohler, Esma Cinaj, Alina Haupt, Adrian Huber, Nicolas Schröck, Benjamin Heuschmid, Leitung: Bernd Scheiter

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Junges Theater Vöhlin 2018

Brecht mit Pfeffer und Schweinereien

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Was man als engagierte Schultheatertruppe aus einem fast 100 Jahre alten Werk von Brecht zaubern kann, zeigte das Junge Theater Vöhlin in Regie von Bernd Scheiter auf der Bühne der Vöhlin-Aula. In dem gut zweistündigen Stück „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ holten die ca. 30 Mitwirkenden alles aus sich und Brecht heraus. Während es Brecht vor allem um die Kapitalismuskritik in der Weimarer Republik ging, hatten die Jugendlichen einen wachen Blick für ihre eigene Gegenwart und überraschten im Minutentakt mit originellen Ideen.

Erzählt wird die Geschichte von vier Freunden, Holzfällern aus Alaska, die nach all der Mühe und Arbeit endlich das Leben genießen wollen. Dazu gehen sie nach Mahagonny, einer von Kriminellen gegründeten Stadt, die in vielem an Las Vegas erinnert. Dort feiern sie, wie alle anderen auch, nach dem Motto „Fressen, Saufen, Lieben und Boxen“. Als einem von ihnen aber das Geld ausgeht, zeigt Mahagonny sein unbarmherziges Gesicht.

Die Schüler des Vöhlin-Gymnasiums führten mit beeindruckender Spielfreude in satirischen Bildern den Wahnsinn der Konsumgesellschaft vor Augen. Etwa, wenn Luis Stemmer als Jakob Schmidt beim großen Fressen heldenhaft aber tot neben einem Schweinskopf auf der Festtafel einschlägt. Oder wenn Sulamith Esser als der Verbrecher Tobby Higgins ein VW-Emblem um den Hals trägt, sich auf ein Auspuffrohr stützt und dem Richter Geldscheine zusteckt. Dann ist auch klar, nach Parallelen zwischen damals und heute muss nicht lange gesucht werden.
Mahagonny ist ein Stück mit viel Tempo, aber auch ruhigen und musikalischen Elementen. So durfte natürlich der „Alabama Song“ nicht fehlen, den Julia Gehringer als Jenny zusammen mit den Mädchen von Mahagonny hinreißend sang. Elias Kohler, der am Vormittag noch als Landessieger bei „Jugend forscht“ bei einem Staatsempfang im Maximilianeum geehrt worden war, zeigte abends in der Hauptrolle als Paul Ackermann, dass er nicht nur als Physiker, sondern auch als Schauspieler über herausragende Fähigkeiten verfügt. Seine Freunde und Holzfäller-Kollegen, Felix Schachenmayr, Tobias Voran und Luis Stemmer gaben mit ihm ein unvergessliches Quartett ab. Die ganze bestens gelaunte Theatertruppe präsentierte mit gekonnter Gestik, Mimik, Haltung und Sprache in einem bunten Bühnenbild ein kurzweiliges Spektakel. Viele der Mitwirkenden sind bereits seit der 5. Klasse Jahr für Jahr in den Theatergruppen dabei, suchen gemeinsam die Stücke aus und erarbeiten vieles bei den gemeinsamen Theatertagen in der Jubi Babenhausen.

Die beiden Theaterabende in der Vöhlin-Aula wurden so wieder einmal zu echten Theaterfesten für die gesamte Schulfamilie. War doch das schillernde Theaterprojekt Beleg dafür, dass man mit gutem Zusammenhalt, Mut und Spaß Großes erreichen kann.

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Das Junge Theater Vöhlin 2018: Elisabeth Frasch, Vincent Esser, Majka Ruf, Elias Kohler, Tobias Voran, Luis Stemmer, Felix Schachenmayr, Julia Gehringer, Amelie Keßler, Daniela Gröner, Katarina Schütte, Sulamith Esser, Emma Czech, Anna-Maria Nattenmiller, Alina Haupt, Eva Ebel, Caroline Engel, Juri Soloviev, Sandra Schüler, Lea Heinle, Lena Rieder, Anja Höbel, Bernhard Lewin, Bernd Scheiter (Regie)

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Co-Produktion des Mittel- und Unterstufentheaters

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Das Mittel- und Unterstufentheater des Vöhlin-Gymnasiums brachte gemeinsam das zum Nachdenken anregende Jugendtheater „COMMUNICATE.ME – Reden ist Silber. Chatten ist Gold.“ von Ulrike Winkelmann auf die Bühne.

Sie sind ganz gewöhnliche Jugendliche, wohnen in derselben Stadt und gehen auf dieselbe Schule. Sie suchen Verständnis, Trost und den Kick oder die Wahrheit. Und irgendwann beginnen sie damit, in Chatrooms zu kommunizieren, die das erfüllen, was ihnen die reale Welt nicht zu geben scheint. Alles kein Problem, bis eines Tages der Glaube an die Chatpartner „Madonna“ und „Lichtengel“ Freundschaften unwichtig macht und ein Leben verändert … sogar bis in den Tod.

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In drei miteinander verwobenen Geschichten von Jugendlichen wurde gezeigt, was die Motive sein können, sich unbewusst immer mehr in der virtuellen Welt zu verlieren und dort nach Antworten und Verständnis zu suchen. Diese hoch aktuelle und lebensnahe Thematik inszenierte die junge Schauspieltruppe sehr gekonnt und sie zog so das Publikum in ihren Bann. Geschickt und anschaulich wurden beispielsweise die unsichtbaren, schnell nicht mehr kontrollierbaren Machenschaften des Chatrooms und die abstrakten Internetgefahren durch drei im Netz umherschwirrende „Geister“ allegorisch umgesetzt. Ebenso wurde der Reiz thematisiert, im Netz genau das zu verkörpern, was man sein möchte: Ein unscheinbares Mädchen, Einzelgängerin, setzte sich im Chatroom überzeugend als mutige, draufgängerische Skaterin in Szene. Aber auch dramatische Lebensveränderungen ließen sich auf der Bühne beobachten. Ein junges Mädchen fand im Chatroom vermeintlich Verständnis für ihre Sehnsucht nach ihrem verstorbenen Vater. Ihr Chatpartner „Lichtengel“ ermutigte sie sogar, sich das Leben zu nehmen, um wieder bei ihrem geliebten Vater zu sein. Mit ihrem Sprung in den Freitod und den vor Entsetzen erstarrten Minen der Jugendlichen endete ein äußerst gelungener Theaterabend.

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Es spielten: Hörner Julia, Heuschmid Benjamin, Kohler Simon, Walter Nina, Esser Vincent, Gröner Daniela, Nattenmiller Anna-Maria, Höbel Anja, Böhm Tamara, Heuschmid Belinda, Jarosch Celina, Nagler Felicitas, Noszkovics Ria, Walkenhorst Emilia, Griepentrog Laura, Hope Shawna und Lechner Luca-Marie.

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Grandiose Inszenierung von Millers Hexenjagd

Eine Stimme aus dem Off ertönte. Sie verkündete, dass Hysterie, Panik und Machtmissbrauch um sich griffen. Ein durchdringender Ton. Dunkle Trommelklänge. Tanzende Frauen. So die ersten Eindrücke auf der Bühne. Mit Arthur Millers Hexenjagd entführte das Junge Theater Vöhlin seine Zuschauer an zwei Abenden in eine Welt aus Aberglaube, Angst und Leichtgläubigkeit, aber auch aus Machtgier und Egoismus.

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hinten v.l.n.r.: Constanze Nagler, Leonie Teßner, Felix Schachenmayr, Elias Kohler / vorne v.l.n.r.: Alina Haupt, Sulamith Esser, Elisabeth Frasch

Die Handlung spielt in Salem, einem Ort in Neu England, dessen Bewohner Nachfahren der Pilgrim Fathers sind. Ihrem Glauben nach ist das Leben harte Arbeit, weshalb auch jedwede Vergnügungen verboten sind. Doch nicht alle Bewohner halten sich an diese strikte Lebensweise. Eine Gruppe junger Mädchen bricht mit den Regeln und tanzt, teilweise nackt, im Wald. Da ihnen bewusst ist, dass ihr Handeln harte Strafen nach sich ziehen kann, täuschen sie satanische Anfälle und Krankheit vor. Dies wiederum führt dazu, dass das Gerücht von Hexerei aufkommt, denn Ärzte können die vermeintlichen Krankheiten nicht erklären. Ein daraufhin geführter Gerichtsprozess wird zu einer regelrechten Hexenjagd. Verschiedene Parteien innerhalb des Ortes nutzen aber diesen Prozess, um mehr Einfluss zu gewinnen und Eigeninteressen durchzusetzen, und klagen, auch um selbst der Strafe zu entgehen, immer mehr Einwohner an.

Mit Brillanz und enormem Talent verkörperten die jungen Schauspieler die verschiedenen Charaktere: u.a. wild kreischende, vom Teufel besessene Mädchen; einen lediglich seinen Ruf im Blick habenden puritanischen Pastor oder dessen weitaus kritischeren Pastorenkollegen John Hale sowie einen für die Wahrheit kämpfenden, aber daran zerbrechenden Bauern. Sie alle ließen die Zuschauer in die Abgründe des menschlichen Wesens blicken.

Hierin zeigt sich auch die Zeitlosigkeit des Stücks. Es offenbart, wie schnell Menschen bereit sind, gegen die eigene Vernunft zu handeln, aus Angst, aus Machtgier, aus Egoismus. Ebenso wird veranschaulicht, wie schwer es ist, in einer Gesellschaft, die kollektiv den Errungenschaften der Aufklärung abschwört, als aufrechter Mensch zu bestehen. In einer Zeit von Fake News, Populismus und neuen „starken Männern“ ein wieder aktuelles Thema, welches das Junge Theater Vöhlin beeindruckend umsetzte.

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